Stärken der Wasserstofftechnologie

Wasserstoff ist für eine erfolgreiche Energie- und Verkehrswende unverzichtbar und spielt bei der Erreichung der Klimaziele eine zentrale Rolle. Neben Deutschland haben sich weltweit zahlreiche Staaten dazu bekannt, ihren CO2-Ausstoß in den kommenden Jahrzehnten deutlich zu reduzieren.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Die besondere Stärke des Wasserstoffs ist seine Flexibilität in den Anwendungen. Mit erneuerbaren Energien hergestellt, trägt er als Energiespeicher, in der Mobilität und bei der Wärmeversorgung dazu bei, den Energieverbrauch zu entkarbonisieren.

Grundlage für dezentrale und stabile Energieversorgung

In Zukunft sind noch größere Mengen Strom aus erneuerbaren Energiequellen notwendig. Andernfalls können die von der Politik vorgegebenen Klimaziele nicht erreicht werden. Um dabei eine konstante Energieversorgung zu jeder Tages- und Nachtzeit zu gewährleisten, muss dieser Strom jedoch gespeichert und transportiert werden können. Dies kann etwa dadurch gelingen, dass überschüssiger Strom aus Sonnen- oder Windenergie zur Herstellung von Wasserstoff genutzt wird. Anschließend kann dieser Strom an einem anderen Ort oder zu einer anderen Zeit bei Bedarf wieder umgewandelt werden, um Energie zu erzeugen.

Wärmeversorgung

Derzeit kann Wasserstoff bis zu einer Höhe von 5 Prozent dem bestehenden Erdgasnetz beigemischt werden. Geplant ist, diesen Anteil bis auf 20 Prozent zu erhöhen. Dadurch reduziert sich der CO2-Ausstoß bei der Versorgung mit Fernwärme. Auch die bei der Elektrolyse (also bei der Spaltung von Wasser in Wasserstoff) anfallende Wärme wird für die Versorgung von Gebäuden genutzt.

Großes wirtschaftliches Potential für Deutschland

Wasserstoff bietet durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und der weltweit steigenden Nachfrage enormes wirtschaftliches Potential. Es ist daher für die Sicherung des Wirtschafts- und Industriestandortes Deutschland im globalen Wettbewerb unerlässlich, bei dieser Zukunftstechnologie zu den Weltmarktführern zu gehören. Regionale Pilotprojekte ermöglichen dabei die Erprobung neuer Verfahren unter kontrollierten Bedingungen und die anschließende Skalierung. „H2 Süd“ kann dafür wichtige Impulse geben und vor Ort unterstützen.

Einmalige Chance für die Wachstumsregion Süddeutschland

Für die wirtschaftlich starken Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg ergibt sich derzeit die einmalige Chance, beim Klimaschutz als Musterregionen voranzugehen und gleichzeitig neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu erschließen. Ein heimischer Wasserstoffmarkt bietet eine unabhängige, dezentrale und lokale Energieversorgung zu stabilen Preisen. Neue und zukunftsfähige High-Tech-Arbeitsplätze können ländlichen Regionen eine neue Perspektive geben.

Idealer Ausgangsstoff für synthetische Kraftstoffe

Während Wasserstoff in vielen Bereichen in seiner Reinform eingesetzt werden kann (z.B. in Wasserstoffverbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen), ist er außerdem Ausgangsstoff für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Mithilfe dieser Verfahren (z.B. Fischer-Tropsch-Synthese) ist es möglich, CO2-neutralen Diesel oder Kerosin zu produzieren. Damit können auf lange Sicht sogar klimaneutrale Langstreckenflüge Realität werden.